Wirtschaftliche Bestellmenge (EOQ) ist die Bestellmenge, die die jährlichen Gesamtkosten aus Lagerhaltung und Bestellen minimiert. Sie gleicht die Kosten fürs Bestellen gegen die Kosten für das Vorhalten von Bestand ab und verwendet die Formel EOQ = √(2DS / H), wobei D der Jahresbedarf, S die Kosten pro Bestellung und H die jährlichen Lagerhaltungskosten pro Einheit sind.
EOQ beantwortet eine praktische Frage: Wie viel sollten Sie auf einmal kaufen, damit die Gesamtkosten für Bestände so niedrig wie möglich sind. Die Formel fasst drei Eingangsgrößen zusammen:
Die Rechnung lautet: EOQ = √(2DS / H). Größere Bestellmengen verringern die Bestellhäufigkeit (weniger S), erhöhen aber den durchschnittlichen Bestand und damit die Lagerhaltungskosten (mehr H). Kleinere Bestellmengen bewirken das Gegenteil. EOQ ist der Schnittpunkt, an dem sich die beiden Kurven treffen und die Gesamtkosten am geringsten sind.
Hier wird EOQ auf ein typisches Instandhaltungsstück angewendet: ein Lager eines Antriebsmotors, das für eine kritische Produktionslinie vorgehalten wird.
Einsetzen: EOQ = √(2 × 1.200 × 60 / 10) = √(144.000 / 10) = √14.400 = 120 Stück.
Die kostenoptimale Losgröße sind also 120 Lager. Zur Plausibilitätsprüfung: Bestellungen pro Jahr = 1.200 / 120 = 10 Bestellungen . Jährliche Bestellkosten = 10 × 60 = 600 Euro. Durchschnittlicher Bestand = 120 / 2 = 60 Stück, also jährliche Lagerhaltungskosten = 60 × 10 = 600 Euro.
Die beiden Kosten sind gleich, was bestätigt, dass Sie am EOQ-Minimum sind. Die relevanten Gesamtkosten betragen 1.200 Euro pro Jahr, niedriger als bei jeder anderen Losgröße.
EOQ ist ein einfaches Modell, und seine Schlichtheit beruht auf festen Annahmen. Kennen Sie diese, bevor Sie der Zahl vertrauen:
Wenn diese Annahmen ungefähr zutreffen, bringt EOQ Sie sehr nahe an das Optimum. Die Gesamtkostenkurve ist in der Nähe des Minimums flach, sodass kleine Fehler in Ihren Eingaben die Gesamtkosten nur wenig verschieben, was EOQ in der Praxis verzeihend macht.
Ersatzteillager verstoßen oft gegen die Annahmen von EOQ, daher betrachten Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt, nicht als Gesetz. Die wichtigsten Lücken:
Verwenden Sie EOQ für gleichmäßige, wenig kritische, stark umschlagende Verbrauchsmaterialien (Filter, Standardbefestigungen, gängige Lager). Für seltene, ausfallsgetriebene kritische Ersatzteile kombinieren Sie es mit Kritikalitätsanalysen wie FMEA und einer Sicherheitsbestandsstrategie.
EOQ sagt Ihnen, wie viel zu bestellen ist; ein Bestellpunkt sagt Ihnen, wann. Zusammen bilden sie eine anwendbare Richtlinie:
Ein genauer D ist der schwierige Teil und stammt aus sauberen Verbrauchsaufzeichnungen. Ein CMMS, das jeden ausgegebenen Ersatzteilbestand gegen einen Arbeitsauftrag protokolliert, liefert Ihnen den realen Jahresbedarf pro Artikel, sodass Ihre EOQ auf gemessenem Verbrauch statt auf Schätzungen beruht. Dieselbe Disziplin macht Pull-Systeme wie Kanban auf dem Shopfloor zuverlässig.
Es gibt keine universell gute Zahl. EOQ ist für jeden Artikel spezifisch und spiegelt einfach dessen Nachfrage- und Kostenstruktur wider. Ein schnell drehender Verbrauchsartikel kann eine EOQ von mehreren hundert Einheiten haben, während ein langsam laufendes Ersatzteil auf nur wenige Stück kommen kann. Der richtige Wert ist diejenige Menge, die für diesen Artikel die Summe aus Bestell- und Lagerkosten minimiert.
Nein. EOQ legt nur die Bestellmenge fest, die Bestell- und Lagerkosten minimiert. Es berücksichtigt nicht die Nachfrageschwankungen oder Lieferzeitrisiken. Sicherheitsbestand ist ein separater Puffer, der am Bestellpunkt hinzugefügt wird, um Fehlbestände zu vermeiden. In der Praxis verwendet man beides zusammen: EOQ für die Menge, Bestellpunkt plus Sicherheitsbestand für den Zeitpunkt.
Berechnen Sie neu, wenn sich Ihre Eingaben wesentlich ändern, typischerweise vierteljährlich oder nach einer Verschiebung im Verbrauch, bei Lieferantenpreisen oder Lagerkosten. Da die Gesamtkostenkurve in der Nähe ihres Minimums flach ist, verschiebt sich die optimale Losgröße durch kleinere Eingabeschwankungen kaum, sodass tägliche Neuberechnungen unnötig sind. Eine regelmäßige vierteljährliche Überprüfung mit aktuellen Verbrauchsdaten hält EOQ genau, ohne unnötige Unruhe zu erzeugen.
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