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Werkzeugverwaltung: Datenmodell für die Werkzeugausgabe

Werkzeugverwaltung: Datenmodell für die Werkzeugausgabe

Datenmodell für Werkzeugverwaltung und Werkzeugausgabe: Stammdaten, serialisierte Werkzeuge, Schüttgut, Buchungen, Nachschleifen, Kalibrierung, Meldebestand.
Werkzeugverwaltung: Datenmodell für die Werkzeugausgabe

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein System für die Werkzeugverwaltung braucht acht Kernobjekte: Werkzeugstammsatz, Einzelwerkzeug, Schüttgutbestand, Lagerort, Mitarbeiter, Buchung, Kalibrierdatensatz und Nachschleifauftrag.
  • Einzelwerkzeuge führen Sie serialisiert (Messschrauben, Aufnahmen, Drehmomentschlüssel), Verbrauchsmaterial nur als Menge (Wendeschneidplatten, Bohrer, Handschuhe). Beides in eine Tabelle zu packen ist der häufigste Konstruktionsfehler.
  • Jede Bewegung ist eine Buchung, die nur angehängt und nie geändert wird: wer, was, wohin, wann, an welcher Maschine und auf welchen Auftrag.
  • Meldebestand = Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Bei 6 Schaftfräsern pro Tag, 5 Tagen Lieferzeit und 2 Tagen Puffer sind das 42 Stück.
  • Messen Sie Buchungsdisziplin, Überfälligkeitsquote, Werkzeugkosten je Teil und Fehlmengen.

Was ein Werkzeugverwaltungssystem abbildet

Die Werkzeugausgabe ist der kontrollierte Bereich, in dem ein Werk Zerspanungswerkzeuge, Prüfmittel, Vorrichtungen, Handwerkzeug und Verbrauchsmaterial lagert.

Ein Werkzeug­verwaltungs­system hält fest, was dort liegt, wer was mitgenommen hat, wo es eingesetzt wird und was es kostet.

Dieser Leitfaden beschreibt das Datenmodell als Feldtabellen, die Sie direkt in ein Lastenheft übernehmen können. Wenn Sie Produkte vergleichen, hilft unser Überblick zu Software für die Werkzeugausgabe.

Die acht Kernobjekte im Überblick

Einigen Sie sich auf die Objekte, bevor Sie über einzelne Felder streiten. Jedes Objekt hat einen eigenen Lebenszyklus und gehört deshalb in eine eigene Tabelle.

ObjektWas ein Datensatz abbildet
Werkzeug­stammsatzEine Werkzeugart, etwa "Schaftfräser 10 mm, 4 Schneiden, VHM"
Einzel­werkzeugEin physisches Werkzeug mit eigener Nummer und eigener Historie
Schüttgut­bestandEine Menge eines Verbrauchs­materials an einem Lagerplatz
LagerortJeder Ort, an dem ein Werkzeug sein kann: Fach, Werkzeug­schrank, Maschine, Lieferant
MitarbeiterEine Person, die Werkzeug entnehmen und zurückgeben darf
BuchungEine Bewegung: Ausgabe, Rücknahme, Umlagerung, Verschrottung
KalibrierdatensatzEin Kalibrierereignis für ein Prüfmittel
Nachschleif­auftragEine Charge Werkzeuge, die zum Nachschleifen geht, mit Versand- und Rückkehrdatum

Werkzeugstammdaten

Der Werkzeugstammsatz beschreibt die Werkzeugart genau einmal. Jedes Einzelwerkzeug und jeder Schüttgutbestand verweist darauf.

FeldTypBeispiel
item_idText, eindeutigSF-10-4S-VHM
descriptionTextSchaftfräser 10 mm 4S VHM
categoryAuswahlZerspanungs­werkzeug, Prüfmittel, Vorrichtung, Handwerkzeug, Verbrauchs­material
tracking_modeAuswahlSERIALISIERT oder SCHUETTGUT
manufacturer_part_noTextKatalognummer des Herstellers
unit_costBetrag84,00 €
min_qty / max_qtyGanzzahl42 / 102
lead_time_daysGanzzahl5
preferred_vendor_idVerweisLieferantensatz
regrindableJa / neinJa, nachschleifbar
max_regrindsGanzzahl3
calibration_requiredJa / neinNein
calibration_interval_daysGanzzahl365 bei Prüfmitteln
default_loan_hoursGanzzahl8 für eine Schicht, den Puffer liefert die Karenzzeit
return_requiredJa / neinNein bei Wendeschneid­platten, ja bei Prüfmitteln

Das wichtigste Feld ist tracking_mode. Es entscheidet, ob das System bei jedem Scan eine Seriennummer oder eine Menge erwartet.

Einzelwerkzeug und Schüttgut sauber trennen

Ein Einzelwerkzeug ist die Einzelverfolgung wert: eine Bügelmessschraube, ein Innenmessgerät, ein Schrumpffutter, ein Drehmomentschlüssel, eine Bohrlehre.

Schüttgut wird nach Stückzahl ausgegeben und kommt nicht zurück: Wendeschneidplatten, Gewindebohrer, kleine Bohrer, Handschuhe, Schleifscheiben.

Felder des Einzelwerkzeugs

FeldTypBeispiel
serial_idText, eindeutigPM-0147
item_idVerweisMIC-0-25
Barcode oder QR-WertTextIdentisch mit serial_id
statusAuswahlIM_LAGER, AUSGEGEBEN und weitere
current_location_idVerweisFach C-03-2 oder Maschine CNC-07
current_holder_idVerweisMitarbeiter, leer solange im Lager
due_back_atDatum und Uhrzeit19.09.2026 22:00
regrind_countGanzzahl0 bei neuen Fräsern, zählt beim Nachschleifen hoch
calibration_due_dateDatum01.03.2027
conditionAuswahlOK, VERSCHLISSEN, BESCHAEDIGT
purchase_date / costDatum / Betrag04.11.2025 / 310 €

Felder des Schüttgutbestands

FeldTypBeispiel
item_idVerweisWSP-CNMG-120408
location_idVerweisFach A-12-1
qty_on_handGanzzahl64
last_count_dateDatum01.09.2026

Führen Sie qty_on_hand ausschließlich als Ergebnis von Buchungen, nicht als Feld, in das jemand eine Zahl tippt. Eine Inventur bucht die Differenz als KORREKTUR.

Die offene Bestellmenge gehört an den Stammsatz, nicht an jedes Fach. Geprüft wird Bestand plus Bestellung gegen den Meldebestand.

Lagerort, Mitarbeiter und Lieferant

ObjektWichtige Felder
Lagerortlocation_id, Typ (Fach, Werkzeug­schrank, Maschine, Lieferant, Sperrlager), parent_location, QR-Wert
Mitarbeiteremployee_id, badge_no, Name, Abteilung, Schicht, allowed_categories, max_open_checkouts, aktiv
Lieferantvendor_id, Name, Typ (Händler, Nachschleif­dienst, Kalibrierlabor), lead_time_days, Kontakt
Nachschleif­auftragorder_id, vendor_id, versendete serial_ids, sent_date, expected_date, returned_date, cost_per_tool

Legen Sie Maschinen ebenfalls als Lagerorte an. Ein Werkzeug im Magazin von CNC-07 hat dann eine echte, abfragbare Adresse statt des Status "draußen".

allowed_categories verhindert, dass eine nicht eingewiesene Person ein Einstellnormal oder einen kalibrierten Drehmomentschlüssel mitnimmt.

Das Buchungsjournal

Das Buchungsjournal ist das Herz des Systems. Einträge werden nur ergänzt: Eine gebuchte Bewegung wird nie geändert, sondern durch eine Gegenbuchung ausgeglichen.

FeldTyp
txn_idAutomatisch. Beispiel: 1048213
txn_typeAuswahl. Beispiel: AUSGABE, RUECKNAHME, UMLAGERUNG, VERSCHROTTUNG, KORREKTUR
timestampDatum und Uhrzeit. Beispiel: 19.09.2026 06:12
item_id / serial_idVerweis. Beispiel: SF-10-4S-VHM / SF-0932
qtyGanzzahl. Beispiel: 1 bei Einzel­werkzeug, n bei Schüttgut
from_location_idVerweis. Beispiel: Fach B-04-1
to_location_idVerweis. Beispiel: Maschine CNC-07
employee_idVerweis. Beispiel: Ausweis 2231
issued_byVerweis. Beispiel: Ausgeber, bei Selbstbedienung die Scanstation
machine_idVerweis. Beispiel: CNC-07
work_order_idVerweis. Beispiel: FA-26-4412
condition_on_returnAuswahl. Beispiel: OK, VERSCHLISSEN, BESCHAEDIGT, FEHLT
reason_codeAuswahl. Beispiel: Verschleiß, Bruch, Verlust, falsches Werkzeug
unit_cost_at_txnBetrag. Beispiel: 84,00 €

Speichern Sie unit_cost_at_txn in der Buchungszeile. Preise ändern sich, und eine Kostenauswertung auf Basis des heutigen Preises schreibt die Historie des Vorjahres um.

Weitere sinnvolle Buchungsarten sind WARENEINGANG, ZU_NACHSCHLIFF, VON_NACHSCHLIFF, ZU_KALIBRIERUNG und VON_KALIBRIERUNG.

Prüfmittelüberwachung und Kalibrierdatensatz

Messmittel brauchen eine eigene Historie, weil ein Befund außerhalb der Toleranz jedes Teil betrifft, das seit der letzten gültigen Kalibrierung damit gemessen wurde.

Wo messtechnische Rückführbarkeit gefordert ist, fordert ISO 9001 in Abschnitt 7.1.5.2, dass Messmittel in festgelegten Abständen an rückführbaren Normalen kalibriert oder verifiziert, zur Feststellung ihres Status gekennzeichnet und vor Verstellung, Beschädigung und Verschlechterung geschützt werden. Stellt sich ein Messmittel als ungeeignet heraus, muss die Organisation bewerten, ob frühere Messergebnisse noch gültig sind.

FeldTyp
cal_idAutomatisch. Beispiel: KAL-2026-0381
serial_idVerweis. Beispiel: PM-0147
cal_date / due_dateDatum. Beispiel: 01.03.2026 / 01.03.2027
performed_byText. Beispiel: Eigenes Labor oder Dienstleister
as_found_resultAuswahl. Beispiel: IN_TOLERANZ, AUSSER_TOLERANZ
as_left_resultAuswahl. Beispiel: IN_TOLERANZ, JUSTIERT, NICHT_JUSTIERBAR
standard_usedText. Beispiel: Nummer des Endmaßsatzes
certificate_refText / Datei. Beispiel: Nummer oder PDF des Kalibrier­scheins

Der Befund as_found ist der wichtigste Wert. Lag er außerhalb der Toleranz, zeigt das Journal alle Aufträge, an denen dieses Prüfmittel seit der letzten gültigen Kalibrierung beteiligt war.

Den gesamten Ablauf beschreibt unser Leitfaden zum Kalibriermanagement, und für ein verbreitetes Werkzeug die Anleitung zur Kalibrierung von Drehmomentschlüsseln.

Statuslebenszyklus und seine Auslöser

Ein Einzelwerkzeug hat genau einen Status. Gesetzt wird er durch eine Buchung oder eine Zeitprüfung, niemals von Hand.

StatusGesetzt durch
IM_LAGERRücknahme mit OK oder VERSCHLISSEN (verschlissen wartet im Nachschleif­regal), Wareneingang, Rückkehr aus Nachschliff oder Kalibrierung. Beendet durch: Jede Ausgabe oder Versendung
AUSGEGEBENAusgabe an einen Mitarbeiter. Beendet durch: Rücknahme; eine Umlagerung wechselt nur Träger oder Maschine
UEBERFAELLIGZeitprüfung, abgeleitet statt gespeichert: jetzt liegt nach due_back_at plus Karenzzeit. Beendet durch: Rücknahme
IM_NACHSCHLIFFVersand an den Nachschleif­dienst. Beendet durch: Rückbuchung aus dem Nachschliff
IN_KALIBRIERUNGVersand an Labor oder eigene Prüfbank. Beendet durch: Rückbuchung mit Ergebnis
GESPERRTRücknahme als BESCHAEDIGT, nicht bestandene oder überfällige Kalibrierung. Beendet durch: Freigabe nach Prüfung oder Verschrottung
VERSCHROTTETVerschrottung, oder verschlissene Rückgabe bei regrind_count gleich max_regrinds. Beendet durch: Endstatus, kein Ausgang

Deshalb gehört UEBERFAELLIG nicht in das Statusfeld: Der Satz bleibt auf AUSGEGEBEN, und jede Abfrage vergleicht die aktuelle Zeit mit due_back_at plus Karenzzeit.

Ein Prüfmittel, dessen calibration_due_date abgelaufen ist, muss für die Ausgabe gesperrt sein, auch wenn es sauber im Schrank liegt.

Ausgabe und Rücknahme im Schichtbetrieb

Peilen Sie weniger als 15 Sekunden am Ausgabeschalter an. Dauert es länger, bedient sich der Kollege selbst über die Theke.

Ausgabe

  1. Ausweis scannen. Das System prüft, ob der Mitarbeiter aktiv ist, weniger als max_open_checkouts offen hat und nicht über der Grenze für überfällige Werkzeuge liegt.
  2. Maschine oder Auftrag scannen. Damit hängt das Werkzeug an einem Ort und an einem Grund.
  3. Werkzeug scannen. Beim Einzelwerkzeug den eigenen Code, beim Schüttgut das Fachetikett plus Menge.
  4. System prüft. Die Ausgabe wird blockiert bei Sperrstatus, abgelaufener Kalibrierung oder nicht freigegebener Kategorie.
  5. Buchung AUSGABE schreiben. Der Status wechselt auf AUSGEGEBEN, due_back_at kommt aus default_loan_hours.

Rücknahme

  1. Werkzeug scannen. Das System zeigt, wer es seit wann und an welcher Maschine hatte.
  2. Zustand erfassen. OK, verschlissen, beschädigt oder fehlt, bei allem außer OK mit Grundcode.
  3. Weg festlegen. OK geht ins Fach, verschlissen bei nachschleifbaren Werkzeugen ins Nachschleifregal oder in die Verschrottung, beschädigt ins Sperrlager.
  4. Buchung RUECKNAHME schreiben. Der Träger wird geleert, der Status folgt dem gewählten Weg.

Regeln für überfällige Werkzeuge

  • Fälligkeit: Schichtende bei Handwerkzeug und Prüfmitteln, Auftragsende bei Vorrichtungen und eingerüsteten Werkzeugen.
  • Karenzzeit: ein fester Puffer, etwa 2 Stunden, bevor der Status auf überfällig springt.
  • Meldung: Träger und Meister bekommen bei der ersten Prüfung eine Nachricht.
  • Sperre: Wer kalibrierte Messmittel überfällig hat, bekommt keine neuen.
  • Verlust: nach einer festen Frist, etwa 5 Arbeitstagen, bucht die Werkzeugausgabe eine Verschrottung mit dem Grundcode Verlust zum Einstandspreis, damit der Schaden in den Zahlen auftaucht.

Meldebestand: Mindest- und Höchstbestand berechnen

Schüttgut und verschleißende Einzelwerkzeuge wie nachschleifbare Schaftfräser brauchen einen Meldebestand. Für rückgabepflichtige Werkzeuge reicht meist eine Mindestverfügbarkeit, etwa "mindestens 4 Innenmessgeräte im Lager".

Die gängige Formel lautet Meldebestand = durchschnittlicher Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Sicherheitsbestand.

Rechenbeispiel: Schaftfräser 10 mm VHM

EingangsgrößeWert
Durchschnitts­verbrauch pro Tag (neu ausgegebene Werkzeuge)6
Wiederbeschaffungs­zeit des Lieferanten5 Arbeitstage
Sicherheits­bestand (2 Tage Verbrauch)6 × 2 = 12
Meldebestand (Mindest­bestand)6 × 5 + 12 = 42
Bestellmenge (2 Wochen Verbrauch)6 × 10 = 60
Höchstbestand42 + 60 = 102

Sinkt Bestand plus offene Bestellung auf 42, wird auf 102 aufgefüllt. Bei genau 42 ist das eine Bestellung über 60 Stück.

Während der 5 Tage Lieferzeit verbraucht das Werk rund 30 Stück, die Lieferung trifft also auf 12 Stück Sicherheitsbestand. Der Spitzenbestand nach Wareneingang liegt bei etwa 72 Stück.

Zählen Sie im Tagesverbrauch nur neu ausgegebene Werkzeuge. Nachgeschliffene Werkzeuge decken einen Teil des Bedarfs und würden den Wert künstlich aufblähen.

Rechnen Sie die Bestände jedes Quartal neu, und immer dann, wenn ein neuer Auftrag den Verbrauch verändert. Dieselbe Logik für Instandhaltungsmaterial beschreibt unser Leitfaden zum Ersatzteilmanagement im CMMS.

Kostenbeispiel: Nachschleifen und verlorene Werkzeuge

Zwei Rechnungen mit runden Beispielwerten. Ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen Zahlen.

Kosten je Teil mit und ohne Nachschleifen

  • Neuer Schaftfräser: 84 €, Standmenge 400 Teile.
  • Ohne Nachschleifen: 84 ÷ 400 = 0,21 € je Teil.
  • Mit 3 Nachschliffen zu je 18 €: Gesamtkosten 84 + 3 × 18 = 138 €.
  • Bei 350 Teilen Standmenge je Nachschliff: 400 + 3 × 350 = 1.450 Teile.
  • Kosten je Teil: 138 ÷ 1.450 = 0,095 €, also weniger als die Hälfte.

Diese Ersparnis hängt am Feld regrind_count je Seriennummer. Ohne Zähler landen verschlissene Werkzeuge im Schrott statt im Nachschleifregal.

Kosten verlorener und unbuchbarer Werkzeuge pro Monat

  • Verschwundene Artikel: 25 pro Monat zu durchschnittlich 45 € = 25 × 45 = 1.125 €.
  • Suchzeit: 6 Suchvorgänge pro Tag × 12 Minuten = 72 Minuten pro Tag.
  • Auf 21 Arbeitstage: 72 × 21 = 1.512 Minuten = 25,2 Stunden.
  • Bei 40 € Stundensatz: 25,2 × 40 = 1.008 €.
  • Summe: 1.125 + 1.008 = 2.133 € pro Monat, also 25.596 € im Jahr.

Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Methode: Verluste aus dem Journal zählen, nicht aus der Erinnerung. Eine vollständige Werkzeugkostenrechnung zeigt unser Beitrag zu Werkzeugkosten über den Lebenszyklus.

Verknüpfung mit Maschine und Fertigungsauftrag

Schreiben Sie machine_id und work_order_id in jede Ausgabebuchung. Diese eine Entscheidung macht aus einer Bestandsliste eine Kosten- und Qualitätsauswertung.

  • Werkzeugkosten je Teilenummer: Ausgabekosten je Auftrag summieren und durch die Gutstückzahl teilen.
  • Werkzeugkosten je Maschine: die Maschine finden, die doppelt so viele Wendeschneidplatten frisst wie ihre Schwester, oft ein Hinweis auf Rundlauffehler oder eine verschlissene Spannvorrichtung.
  • Rückverfolgbarkeit: fällt ein Prüfmittel durch, lassen sich alle betroffenen Aufträge seit der letzten gültigen Prüfung auflisten.
  • Instandhaltungsbezug: sehen, ob die Standzeit nach einer Reparatur eingebrochen ist.

Vorrichtungen, Werkzeuge und Formen folgen demselben Muster mit längeren Lebenszyklen, siehe Instandhaltung von Werkzeugen und Formen.

Die Maschinenseite dieser Verknüpfung beschreibt der Leitfaden zur Maschinendatenerfassung.

Kennzahlen für die Werkzeugausgabe

Berichten Sie jede Kennzahl mit Zähler und Nenner, nicht nur als Prozentwert.

KennzahlFormel
Buchungs­disziplingebuchte Entnahmen ÷ (gebuchte Entnahmen + Inventurdifferenz) × 100. Aussage: Wie viel Bestand ungebucht das Lager verlässt
Überfälligkeits­quoteüberfällige offene Ausleihen ÷ alle offenen Ausleihen × 100. Aussage: Ob die Leihfristen eingehalten werden
Werkzeugkosten je TeilWerkzeug­ausgaben ÷ produzierte Gutteile. Aussage: Kostentrend je Teil oder Linie
FehlmengenAnfragen mit Bestand null, pro Monat. Aussage: Ob Mindest- und Höchstbestände stimmen

Ein Beispiel: 380 offene Ausleihen mit 19 überfälligen ergeben eine Überfälligkeitsquote von 19 ÷ 380 = 5,0 %.

Die Buchungsdisziplin lässt sich nicht direkt messen, weil eine ungebuchte Entnahme keine Zeile hinterlässt. Schätzen Sie sie aus der Inventurdifferenz: eine Korrektur von minus 40 an einem Fach mit 400 gebuchten Ausgaben bedeutet 400 ÷ 440, also rund 91 % Disziplin, sofern die Zählung stimmt.

Bestandsgenauigkeit und Kapitalbindung gehören ebenfalls dazu, siehe unseren Leitfaden zur Bestandsführung in der Fertigung.

Typische Fehler im Datenmodell

1. Eine Tabelle für alles

Prüfmittel und Wendeschneidplatten in derselben Struktur erzwingen entweder Fantasie-Seriennummern auf Schüttgut oder gar keine Historie auf Prüfmitteln.

Trennen Sie serialisiert und Schüttgut ab dem ersten Tag.

2. Bestandsmengen, die man überschreiben kann

Wenn jeder qty_on_hand überschreiben darf, kann später niemand eine Differenz erklären.

Jede Änderung braucht eine Buchung mit Art, Person und Zeitstempel.

3. Ausgabe ohne Maschine und Auftrag

Ohne diese beiden Felder wissen Sie, dass die Ausgabe im Quartal 30.000 € für Wendeschneidplatten gebucht hat, aber nicht, welches Teil und welche Maschine diese Kosten verursacht haben.

4. Nachgeschliffenes Werkzeug als Neuware buchen

Ein Wareneingang auf neue Nummern löscht die Historie und hebelt das Limit max_regrinds aus.

Behalten Sie die gleiche Seriennummer und zählen Sie regrind_count hoch.

5. Kalibrierstatus nur auf dem Aufkleber

Ein Aufkleber kann keine Ausgabe stoppen. Das Fälligkeitsdatum muss im Datensatz stehen, wo die Ausgabeprüfung es lesen und blockieren kann.

6. Ein Vorgang, der länger dauert als der Weg ins Lager

Wenn die Ausgabe eine Minute Tipparbeit kostet, wird sie übersprungen und die Disziplin fällt. Ausweis scannen, Werkzeug scannen, fertig.

So arbeitet Fabrico

Fabrico ist eine OEE-Plattform mit vollwertigem CMMS. Ein eigenes Modul für die Werkzeugausgabe, ein Ausgabeautomat oder RFID gehören nicht dazu.

Abgedeckt ist die Schüttgutseite dieses Modells: ein Materialkatalog mit Mindest- und Höchstbeständen, Lieferungen und Inventuren. Ausleihe je Mitarbeiter, Leihfristen und Überfälligkeiten fehlen, und die Bestellung löst Ihr Einkauf aus, nicht das System.

QR-Codes an Maschinen und Teilen lassen sich mit der App für iOS und Android scannen, und der Verbrauch wird auf den Instandhaltungs­auftrag gebucht, auf dem er angefallen ist.

Weil OEE, Störungen und Instandhaltungshistorie in derselben Plattform liegen, lässt sich der Materialverbrauch mit dem tatsächlichen Maschinenlauf vergleichen. Den Instandhaltungsteil beschreibt unser Überblick zur Instandhaltungssoftware.

Sie möchten sehen, wie Ihre Teile und Verbrauchsmaterialien in Fabrico aussehen? Vereinbaren Sie eine 30-minütige Demo mit einem Fabrico-Berater, unverbindlich, oder kontaktieren Sie uns mit Ihren Fragen.

Häufige Fragen

Welche Felder braucht eine Ausgabebuchung in der Werkzeugverwaltung?

Mindestens Buchungsart, Zeitstempel, Artikel- oder Seriennummer, Menge, Mitarbeiter, Quell- und Ziellagerort, Maschine und Fertigungsauftrag. Bei der Rücknahme kommen Zustand und Grundcode dazu.

Was ist der Unterschied zwischen serialisiertem Werkzeug und Schüttgut?

Ein serialisiertes Werkzeug hat eine eigene Nummer und eine eigene Historie und muss zurückkommen, etwa ein Prüfmittel oder eine Werkzeugaufnahme. Schüttgut wird nach Menge ausgegeben und nicht zurückgenommen, etwa Wendeschneidplatten oder Handschuhe.

Wie berechnet man den Meldebestand in der Werkzeugausgabe?

Meldebestand = durchschnittlicher Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Sicherheitsbestand. Bei 6 Stück pro Tag, 5 Tagen Lieferzeit und 12 Stück Sicherheitsbestand sind das 42.

Wann gilt ein Werkzeug als überfällig?

Sobald die aktuelle Zeit nach due_back_at plus Karenzzeit liegt. Üblich sind Schichtende bei Handwerkzeug und Prüfmitteln und Auftragsende bei eingerüsteten Werkzeugen.

Welche Kennzahlen gehören in die Werkzeugverwaltung?

Buchungsdisziplin, Überfälligkeitsquote, Werkzeugkosten je Teil und Fehlmengen pro Monat. Berichten Sie jede Kennzahl mit Zähler und Nenner statt nur als Prozentwert.

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